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In den Schulferien arbeiten?

Quelle: Agentur für Arbeit Köln · 06.07.2017

iStockPhoto.com © Chris Schmidt

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Arbeiten gehen, während Mitschüler oder Kommilitonen die Sommerferien genießen? Eine bessere Idee, als es auf den ersten Blick erscheint. Denn damit lässt sich das meist schmale Budget aufbessern. Und erste Erfahrungen in der Arbeitswelt gibt es quasi gratis.

Diese Regeln gelten für den Ferienjob:

Mit 15 Jahren erlaubt: Ab dem vollendeten 15. Geburtstag dürfen sich Jugendliche generell einen Ferienjob suchen, um ihr Taschengeld aufzubessern. Noch früher erlaubt ist es nur mit Ausnahmen. Ab dem 13. Lebensjahr dürfen Schüler/innen mit Einwilligung der Eltern für maximal zwei Stunden pro Tag in bestimmten Bereichen unter altersgerechten Bedingungen arbeiten. Das sind zum Beispiel Jobs wie Babysitten, Zeitungen/Werbung verteilen, Nachhilfe geben, Gartenarbeit, Einkaufshilfe oder Tierbetreuung.
 
Zeitdauer genau festgelegt: Ab 15 Jahren dürfen Schüler/innen maximal acht Stunden (ohne Pausen gerechnet) pro Tag arbeiten. Allerdings muss die Arbeitszeit zwischen 6.00 Uhr und 20.00 Uhr liegen. Zwischen zwei Arbeitstagen müssen zwölf Stunden Pause sein (Ausnahmen nur in der Gastronomie). Insgesamt dürfen höchstens 35 bis 40 Stunden in eine Woche fallen und der Ferienjob muss auf maximal vier Wochen begrenzt bleiben. Erst ab dem 18. Lebensjahr sind für Schüler bis 50 Tage pro Jahr als Job erlaubt.
 
Sonderstellung für Studenten: Da sie in den allermeisten Fällen bereits 18 Jahre und älter sind, gelten für sie die gesetzlichen Bestimmungen für Erwachsene.
 
Meist keine Wochenend-Arbeit erlaubt: Das Arbeiten am Wochenende, also an Sonnabenden, Sonntagen sowie an Feiertagen ist Schülern/innen nicht gestattet. Ausnahmen davon gelten nur für Arbeitgeber wie Gaststätten, Verkaufsstellen, Krankenhäuser, in der Landwirtschaft oder in Privathaushalten.
 
Einen Ferienjob finden: Häufig ergibt er sich durch „Vitamin B“ – also die Beziehungen der Eltern, Verwandten und Bekannten. Also ruhig im Familienkreis nachfragen und Interesse bekunden. Auch über das Internet kann nach einem Ferienjob gesucht werden. Auch gut: Aushänge suchen oder selbst aushängen (z.B. am schwarzen Brett im Supermarkt) oder direkt bei Firmen und Geschäften fragen.
 
Auch bei der Arbeitsagentur vor Ort nachfragen: Besonders für kurzfristige Jobs gibt es auch in den Arbeitsagenturen vor Ort aktuelle Stellenangebote. Zudem bietet die Arbeitsagentur unter http://www.jobboerse.arbeitsagentur.de konkrete Hilfe an. Dazu einfach Suchbegriffe wie „Schüler“, „Ferienjob“ oder „Studentische Hilfskraft“ eingeben. Meist ergeben sich daraus bereits Job-Treffer.
 
Nicht in Fallen tappen: Es ist nur bedingt ratsam, sich über Zeitungs-Inserate einen Ferienjob zu suchen. Dort lauern schwarze Schafe. Unbedingt Hände weg vor Jobangeboten, in denen man angeblich „ganz schnell und ohne großen Aufwand Geld verdient“. Sie sind in den meisten Fällen unseriös.
 
Reden wir über‘s Geld: Für Schülerjobs werden meist nicht so hohe Stundenlöhne gezahlt, dass man sich darum Gedanken machen muss. Der Mindestlohn gilt nicht für Jugendliche unter 18 Jahren und ohne abgeschlossene Ausbildung. Dies gilt für Ferienjobs genauso wie für ein Praktikum.
Für Schülerjobs werden meist nicht mehr als 400 Euro gezahlt. Das sind Beträge, bei denen man sich keine Gedanken machen muss. Zur letzten Absicherung gelten hier jedoch die Freibeträge für Einkommenssteuer, Kindergeld und Bafög:
  • Bei der Einkommensteuer liegt die Freigrenze bei 8.652,00 Euro pro Jahr.
  • Eine Einkommensgrenze zum Erhalt des Kindergeldes gibt es nur noch in speziellen Fällen. Die generelle Einkommensgrenze ist zum 01.01.2012 weggefallen.
  • Studenten, die Bafög beziehen, dürfen aktuell bis zu 4.880 Euro pro Jahr verdienen, damit ihr Anspruch bestehen bleibt.
 
Keine Sozialabgaben fällig: Wer maximal 50 Tage im Jahr in den Ferien arbeitet, muss keinen Beitrag zur Sozialversicherung zahlen.
 
Versichert sein im Ferienjob: Schüler/innen und Studenten/innen sind in den Ferienjobs gesetzlich unfallversichert. Und zwar während der Arbeitszeit und auf dem Hin- und Rückweg. Die Kosten der Versicherung muss der Arbeitgeber zahlen. Aber Achtung! Wer einen Job bei Privatpersonen annimmt, sollte den Arbeitgeber darauf hinweisen. Da wird der Versicherungsschutz mitunter vergessen.
 

Roswitha Stock, Leiterin der Agentur für Arbeit Köln hält es für eine gute Idee, in den Sommer- oder Semesterferien zu jobben: „Kaum jemand wird für sechs Wochen verreisen. Dann nur zuhause zu sein, kann ziemlich schnell langweilig werden. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Ferienjob prima die meist „dürren“ Finanzen aufbessert. Auch aus einem anderen Grund macht ein Ferienjob richtig Sinn. Denn er ist eine Art Probelauf für die spätere Arbeitswelt. Ob Pünktlichkeit, Disziplin, Engagement – ein Ferienjob ist eine gute „Schule“ für später. Vielleicht kann man auch schon in den späteren Lehrberuf „reinschnuppern“ und erste Erfahrungen sammeln. Und auch für die künftige Bewerbung sind solche Jobs gut. Sie zeigen vom Interesse und Fleiß des Bewerbers. So ein Engagement wissen die Arbeitgeber immer mehr zu schätzen.“

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