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Berlin Rebel High School

Katrin Adler und Kristine Chau · 07.04.2017

Für viele Schülerinnen und Schüler ist das SFE die letzte Chance zum Abitur. © mm filmpresse

Für viele Schülerinnen und Schüler ist das SFE die letzte Chance zum Abitur. © mm filmpresse

Am 11. Mai 2017 kommt der Dokumentarfilm „Berlin Rebel High School” unter der Regie von Alexander Kleider in die deutschen Kinos. Kristine Chau und Katrin Adler haben sich den Film vorab angesehen.

Eine Schule ohne Hierarchien, Leistungsdruck und Noten. Klingt utopisch? In einem Berliner Hinterhof gehört das zum Leitbild der Schule für Erwachsenenbildung – kurz SFE. Diese Einrichtung ist ein basisdemokratisches Projekt. Hier gibt es weder Noten, noch einen Direktor. Vielmehr wird auf Gemeinschaft, Freiheit und Neugier gesetzt. Finanziert wird das einmalige Konzept durch einen monatlichen Beitrag von den Schülern und ist somit vollkommen unabhängig vom Staat.

Der Bildung eine zweite Chance geben

Zu Beginn der Vorstellung sind wir diesem System gegenüber noch etwas kritisch. Kann das in der Realität überhaupt funktionieren? Der Film zeigt uns, dass es klappen kann. Wir lernen Alex, Mimy, Hanil und Lena kennen, die aus unterschiedlichen Gründen ihre staatliche Schulkarriere aufgegeben haben. Mobbing, Leistungsdruck, Drogenkonsum und der Wunsch, sich nicht unterordnen zu müssen, waren Gründe, die zum Schulabbruch geführt haben. Für sie stellt die SFE die letzte Chance dar, ihren Weg zum Abitur noch zu meistern.

 Als Zuschauer des Films begleiten wir die vier jungen Erwachsenen dabei. Wir erhalten sehr private Einblicke in das Alltagsleben der Schüler, folgen ihnen durch die Schule, besuchen mit ihnen zusammen ihre Heimatstädte und lernen etwas über ihre Vergangenheit. Es gibt keinen Erzähler, nur die Lehrer und Schüler kommen zu Wort. Man fühlt sich ihnen nah, fast schon verbunden. So fiebern wir die ganze Zeit mit und hoffen, dass sie das Abitur bestehen werden. Denn das, was die Protagonisten in dem Film durchmachen, haben wir vor kurzem erst selbst erlebt. Der ständige Druck, der Lernstress, die Angst zu Versagen: All das kommt uns wieder in Erinnerung. War der Druck, der auf uns ausgeübt wurde, notwendig? Und hätten wir das Abitur auch mit weniger Lernstress bestanden? Gedanken, die uns während des Films durch den Kopf schwirren und das deutsche Schulsystem in Frage stellen.

 

Tags: Ausbildung , Film

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