Gesellschaft

Tandaradai bedeutet Freiheit

Greta Schwister · 01.06.2017

© Greta Schwister

© Greta Schwister

Das Projekt "Was mache ich hier" gibt geflüchteten Menschen eine Stimme und will Integration erleichtern. Jungjournalistin Greta Schwister besuchte auf dem multikulturellen Tandaradai Festival in Köln eine Fotoausstellung, die im Rahmen des Projekts entstanden ist.

Ein Foto zeigt eine hell erleuchtete Spieglung einer Regenpfütze. In dieser kann man ein Reihenhaus erkennen mit vielen Fenstern. Das Werk ist Teil einer Ausstellung von geflüchteten Menschen, die ihre Fotos im Rahmen des 4. Tandaradai Festivals zeigten. Das Fest fand am 27. Mai im alten Indianerviertel in Köln Klettenberg statt. Es ist ein Sommerfest, das von den Einwohnern des Viertels jedes Jahr organisiert und gestaltet wird. Dort hat sich eine bunte Mischung von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen sesshaft gemacht und sich ein Stück alternativen Lebensraum mit der Zeit erworben.

Integration in Deutschland erleichtern

In diesem Jahr nahm auch Evie Blink teil. Sie ist Studentin der Fachhochschule in Dortmund und die Organisatorin des Projektes "Was mache ich", einer Gruppe von elf Teilnehmern im Alter von elf bis 40 Jahren mit unterschiedlichen multikulturellen Hintergründen. Das Projekt finanziert sich aus Spenden und ist mit dem Ziel entwickelt worden, Integration in Deutschland zu erleichtern. Die Begegnung und der Kontakt mit unterschiedlichen Menschen stehen bei dem Projekt im Vordergrund. Beim gemeinsamen Essen werden Alltagssituationen aufgegriffen und eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen. Das Projekt wurde ebenfalls von einer Betreuerin aus den USA begleitet, die selbst wenige Deutschkenntnisse hat, wodurch die ausländischen Jugendlichen ein Gefühl von Zugehörigkeit erlangen.

Fotos mit ausdrucksstarken Motiven

Die Projektgruppe lud zu einer kleinen Fotoausstellung ein und zeigten dabei selbst erstellte Fotos, die ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen in Deutschland widerspiegeln. Es sind ausdrucksstarke Motive, die die individuellen Vorlieben der Jugendlichen darstellen. Eine der Teilnehmerinnen ist Esta, 17 Jahre alt. Ihr Vorbild ist ihre Mutter, die sie auch als ihre beste Freundin bezeichnet. Ihre Werke stellen die Bindung zu ihrer Mutter dar.

Für Niko, eine Frau mit syrischer Herkunft, löst der Rhein ein heimisches Gefühl aus. Sie liest dort gerne oder besucht verschiedene Cafes. Die Motive geben ihr ein beruhigendes und vertrauensvolles Gefühl von Sicherheit. Viele ihrer Fotos zeigen ihre Lieblingsplätze in Köln.

Evie Blink erklärt, dass im Vordergrund des Projektes die Arbeit mit den Ressourcen der Flüchtlingen steht. Das Ziel besteht darin, etwas mit einer neu zusammengesetzten Gruppe gemeinsam zu erreichen.

Ausstellungsort: Ein Pferdestall mit Wohnzimmerflair

Die Ausstellung fand in einem ehemaligen Pferdestall mit einem Wohnzimmerflair statt. Das "Wohnzimmer" sollte eine gemütliche und heimische Atmosphäre vermitteln. Am Eingang wurden Zitate von den Teilnehmern ausgestellt. Eines der Zitate lautete: "Heimat: Sonne, Familie, Freunde." Es zeigte die Bedürfnisse der Teilnehmer.

In Zukunft soll es weitere diverse Projekte in Kooperation mit Theaterpädagogen oder anderen Veranstaltern geben. Die Organisatoren des Projektes "Was mache ich hier" erhoffen sich dadurch einen Austausch ohne Sprache sowie unterschiedliche Begegnungen.

Kategorien: Gesellschaft