Gesellschaft

Tandaradai bedeutet Freiheit

Greta Schwister · 12.07.2017

© Greta Schwister

© Greta Schwister

Das Projekt "Was mache ich hier? - 2. Projekt" gibt geflüchteten Menschen eine Stimme und will Integration erleichtern. Jungjournalistin Greta Schwister besuchte auf dem multikulturellen Tandaradai Festival in Köln eine Fotoausstellung, die im Rahmen des Projekts entstanden ist.

Ein Foto zeigt eine hell erleuchtete Spieglung einer Regenpfütze. In dieser kann man ein Reihenhaus erkennen mit vielen Fenstern. Das Werk ist Teil einer Ausstellung von geflüchteten Mädchen und Frauen, die ihre Fotos im Rahmen des 4. Tandaradai Festivals zeigten. Das Fest fand am 27. Mai im alten Indianersiedlung in Köln Klettenberg statt. Es ist ein Sommerfest, das von den Einwohnern des Viertels jedes Jahr organisiert und gestaltet wird. Dort hat sich eine bunte Mischung von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen sesshaft gemacht und sich mit der Zeit ein Stück alternativen Lebensraum geschaffen.

Gemeinsam etwas erreichen

In diesem Jahr nahmen auch Evi Blink und Cherylyn Vanzuela an dem Festival teil. Sie ist Studentin der Fachhochschule Dortmund und die Organisatorinnen des Projektes "Was mache ich hier? - 2. Projekt". Es ist eine Gruppe von elf Teilnehmern im Alter von elf bis 40 Jahren mit unterschiedlichen Flucht-Hintergründen. Das Projekt finanziert sich aus Fördermitteln des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung. Die Begegnung und der Kontakt mit unterschiedlichen Menschen stehen bei dem Projekt im Vordergrund. Beim gemeinsamen Essen werden Alltagssituationen aufgegriffen und eine vertrauensvolle Atmosphäre geschaffen. Hierbei steht das gemeinsame Interesse und die Freude, dies miteinander zu teilen, im Vordergrund. 

Das Projekt wurde ebenfalls von einer Betreuerin aus den USA begleitet, die keine Muttersprachlerin ist und Deutschland als ein neues Umfeld kennenlernt. Dies waren wichtige Identifikationspunkte für die Projektteilnehmer.

Fotos mit ausdrucksstarken Motiven

Die Projektgruppe lud zu einer kleinen Fotoausstellung ein und zeigte dabei selbst erstellte Fotos, die ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen in Deutschland widerspiegeln. Es sind ausdrucksstarke Motive, die die individuellen Perspektiven der Jugendlichen darstellen. Eine der Teilnehmerinnen ist Ester, 17 Jahre alt. Ihr Vorbild ist ihre Mutter, die sie auch als beste Freundin bezeichnet. Ihre Werke stellen die Bindung zu ihrer Mutter dar.

Für Nikor, eine Frau mit syrischer Herkunft, löst der Rhein ein heimisches Gefühl aus. Sie liest dort gerne oder besucht verschiedene Cafes. Viele ihrer Fotos zeigen ihre Lieblingsplätze in Köln. Die Motive geben ihr ein beruhigendes und vertrauensvolles Gefühl von Sicherheit.

Evie Blink erklärt, dass im Vordergrund des Projektes die Arbeit mit den Ressourcen der Flüchtlingen steht. Das Ziel besteht darin, mit einer neu zusammengesetzten Gruppe über das Medium der Fotografie die Wahrnehmung der eigenen Persönlichkeit und des individuellen Lebensumfeldes zu entdecken, zu reflektieren und zu interpretieren.

Ausstellungsort: Ein Pferdeunterstand mit Wohnzimmerflair

Die Ausstellung fand in einem ehemaligen Pferdeunterstand statt, der für den Zeitraum des Festival zu einem Wohnzimmer umgebaut wurde. Das Wohnzimmer vermittelt eine eine gemütliche und heimische Atmosphäre. In dem kleinen Raum mit den warmen holzfarbenden Wänden hingen die Bilder der Mädchen und Frauen, ein Sessel und ein Couchtisch standen in einer Ecke. Dies lud die Menschen zu einem gemeinsamen Bestaunen der Bilder ein. Am Eingang wurden Zitate von den Teilnehmern ausgestellt. Eines der Zitate lautete: "Heimat: Sonne, Familie, Freunde." Es zeigte die Bedürfnisse der Teilnehmer.

In Zukunft soll es weitere Projekte in Kooperation mit Theaterpädagogen oder anderen Veranstaltern geben. Die Organisatorinnen des Projektes "Was mache ich hier-2. Projektes" erhoffen sich über das Medium der Fotografie Austausch und unterschiedliche Begegnungen.

Weitere Infos und Bilder zum Projekt findet ihr auf www.wasmacheichhier.de.

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