Freizeit

Escape Rooms: Die Magische Bibliothek

Robin Schröder · 24.08.2017

Die magische Bibliothek ist ein Hort des Fantastischen © Team X

Die magische Bibliothek ist ein Hort des Fantastischen © Team X

Escape Rooms sind nicht nur in Köln ein neuer Trend. Wer hätte gedacht, dass analoge Spielideen noch einmal so durchstarten würden. Robin Schröder hat die Magische Bibliothek getestet – und dabei sogar sein Magier-Diplom erworben.

Zaubern will gelernt sein: Der bekannteste Zauberschüler der Welt, Harry Potter, besuchte über Jahre hinweg die Zauberschule Hogwarts, um seine magischen Kenntnisse und Fähigkeiten zu verbessern. Aber wer hat heutzutage schon Zeit dafür? Dank Team X, der Agentur für Zeitreisen, Quantenmagie und Abenteuer, kann jeder selbst in die Rolle eines Zauberlehrlings schlüpfen und sich sein Magier-Diplom verdienen. Also schnappte ich mir sieben neugierige Mitstreiterinnen und Mitstreiter und machte mich also daran, mir diese etwas andere Art von Escape Room einmal aus der Nähe anzuschauen.

Hier geht es nicht ums Entkommen

Im Haus von Team X angekommen, begrüßt uns Marc Hotz, der kreative Kopf hinter der Magischen Bibliothek. Mit dem Klemmbrett in der Hand weist er uns freundlich darauf hin, dass sein Escape Room nicht so ist wie die anderen. In den letzten Jahren sind so einige Möglichkeiten entstanden, sich in Köln und Umgebung in einen Raum sperren zu lassen und zu versuchen, unter Videobeobachtung und -betreuung durch Teamwork und Kombinationsgabe den Ausweg zu finden. In der Magischen Bibliothek geht es jedoch nicht ums Entkommen: Wir schlüpfen hier in die Rolle von Zauberlehrlingen und legen eine mehrteilige magische Prüfung ab.

Ein wertvolles Pfand

Zuvor gilt es jedoch, ein paar Fragen zur eigenen Erfahrung mit dem Okkulten zu beantworten und ein Pfand zu hinterlassen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Es handelt sich dabei um etwas Wichtiges und Persönliches, das von materiellen Dingen wie dem Handy aus der Hosentasche über zwei Jahre Lebenszeit bis hin zur schönsten Erinnerung reicht. Wer die Magierprüfung nicht besteht, verliert dieses Pfand unwiderruflich. Unsere Zuversicht bleibt davon unberührt; es wäre doch gelacht, wenn wir die Rätsel der Magischen Bibliothek nicht lösen könnten!

Die große Prüfung

Aber Vorsicht: Übermut tut auch nicht gut, denn bereits beim Betreten des Raumes wird klar, dass hier eine Vielzahl an zauberhaften und mystischen Objekten zu zahlreichen Aufgaben und Rätseln einlädt. Bücherregale mit uralten Schmökern und ominösen Folianten, Dokumente in längst vergessenen Sprachen, alchemistische Tränke und ihre Zutaten, Zauberstäbe, Zaubersprüche und rätselhafte Runen – die Magische Bibliothek ist ein Hort des Fantastischen. Sehr vereinzelt platzierte Lichtquellen sorgen für die richtige Atmosphäre und das Gefühl, sich tatsächlich nicht mehr in unserer gewöhnlichen Wirklichkeit zu befinden, sondern eine wahrhaft magische Welt betreten zu haben.

Rätsel lösen auf Zeit

Um unser Magierdiplom zu erhalten, erklärt Marc, der uns im Raum bei Bedarf mit Hilfestellungen zur Verfügung steht, müssen wir uns in vier Disziplinen beweisen und anschließend die finale Wächter-Prüfung bestehen. In den dazu passenden Bereichen der Bibliothek testen wir also unsere Fähigkeiten als Zauberer, Seher, Alchemisten und Schwarzmagier. Kurz in Teams aufgeteilt und schon kann es losgehen, denn die Zeit läuft. 60 Minuten haben wir Zeit, um durch das clevere Lösen von Rätseln an die nötigen Schlüssel zu gelangen, mit denen wir uns Zugang zur letzten Aufgabe verschaffen. Die Zauberer müssen dabei geschickt Hinweise kombinieren, um einen alten Zauberspruch herauszufinden und mit dem passenden Zauberstab zu wirken. In einer anderen Ecke der Bibliothek sind die Seher dabei, mit dem Lösen einfallsreicher Perspektivrätsel und dem Entziffern von Runen die Gestirne zu deuten. Die dritte Gruppe sind die Alchemisten, welche die nötigen Zutaten in der korrekten Menge für ein Zaubertrankrezept zusammensuchen müssen. Zu guter Letzt haben es die Schwarzmagier mit Dämonen zu tun, denen sie mit dem Sprechen eines Lichtzaubers entgegenwirken müssen ...

Auf unterschiedliche Altersgruppen anzupassen

Jede dieser Disziplinen ist mit ganz eigenen, kreativen Ideen versehen. Hier ist Kombinationsgabe und Teamwork gefragt, denn die Uhr tickt unaufhörlich weiter. Und sollte einmal jemand partout nicht mehr weiterkommen, gibt Marc nützliche Hilfestellungen, ohne dabei jedoch die Lösung direkt vorwegzunehmen. Dadurch ist der Schwierigkeitsgrad der Magischen Bibliothek laufend anpassbar. Escape-Room-Veteranen müssen wohl seltener auf Tipps und Tricks zurückgreifen, gleichzeitig werden Anfänger nicht im Stich gelassen. So wird Frustration ausgeschlossen und durchgehender Spielspaß garantiert.

Geistesschärfe und schnelles Handeln

Als wir endlich die vier Teile der Prüfung abgeschlossen haben, schaue ich auf die Uhr: In wenigen Minuten ist Schluss. Die finale Aufgabe muss schnell bewältigt werden. Dafür kommen alle Teams noch einmal zusammen, denn dieses umfangreiche Rätsel erfordert Geistesschärfe und schnelles Handeln. Trotz der in dieser Phase aufkommenden Hektik, beenden wir die Magische Bibliothek mit Erhalt unseres Diploms rund vier Minuten vor Ablauf der Zeit. Ein spannendes Abenteuer geht zu Ende und ich darf mich nun offiziell Magier ersten Grades nennen.

Wer nun einmal selbst auf Harry Potters Spuren wandeln und die magische Prüfung auf sich nehmen möchte, schnappt sich am besten drei bis sieben Freunde und wird bei Team X vorstellig. Die Magische Bibliothek ist kein Escape Room, aus dem man entkommen muss. Das passt, denn: Hat man diesen detailreich dekorierten und mit klugen Rätseln versehenen Raum erst einmal betreten, möchte man ihn am liebsten gar nicht so schnell wieder verlassen.

Team X                                 
Agentur für Zeitreisen, Quantenmagie und Abenteuer
Ubierring 43
50678 Köln
Tel. 0221 - 301 403 29

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